Netzwerk
Die Qualitätsinfrastruktur ist ein umfassendes System von Akteuren und Prozessen, eingebettet in internationale Wertschöpfungsnetzwerke und Governance-Strukturen. Ihre digitale Transformation muss daher gemeinschaftlich, vernetzt und institutionenübergreifend vorangetrieben werden, in Zusammenarbeit mit vielfältigen Akteuren. Dafür bauen wir auf eine gemeinsame Community und ein Netzwerk für die gemeinsame Entwicklung und Transfer von Lösungen sowie Integration von komplementären nationalen und internationalen Bemühungen.
Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur
Mit dem Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI) engagiert sich das BMWE in der internationalen Zusammenarbeit zur Qualitätsinfrastruktur mit den wichtigen Handelspartnern Brasilien, China, Indien, Indonesien und Mexiko mit dem Ziel der internationalen Harmonisierung. Hier trägt die Initiative QI-Digital mit Impulsen und Austauschen zu Digitalisierungsthemen bei.
Nicht nur in Deutschland wird an der digitalen Transformation der Qualitätsinfrastruktur gearbeitet: Um sich gegenseitig über laufende Aktivitäten zu informieren und perspektivisch Themen abzustimmen und gemeinsame Projekte zu identifizieren, hat ein erster Austausch mit Repräsentaten der QI aus der Schweiz und Österreich stattgefunden. Mehr Informationen.
Aus Aktivitäten in QI-Digital hat sich der Digital LabHub als eigenständiges Spin-off entwickelt, in dem zahlreiche Akteure aus der Laborbranche zusammenarbeiten, um eine Informationsdrehscheibe zur Digitalsierung und zentrale Anlaufstelle für die Laborcommunity zu schaffen. Ziel ist ein vernetztes, standardisiertes und interoperables digitales Labor-Ökosystem zu befördern, in dem Daten, Geräte und Menschen nahtlos zusammenarbeiten. Mehr Informationen.
Internationale Vernetzung
Die Etablierung eines leistungsfähigen digital vernetzten und interoperablen Systems aus Metrologie, Akkreditierung, Normen & Standards, Konformitätsbewertung und Marktüberwachung kann nur in einem internationalen Schulterschluss wichtiger Einrichtungen und Organisationen gelingen. Die Partner der Initiative QI-Digital sind daher europäisch und international umfassend vernetzt und außerordentlich engagiert. Hier einige Beispiele:
Eine internationale Zusammenarbeit im Bereich SMART Standards ist essenziell und wird von DIN und DKE befördert. So engagiert sich bspw. das DIN durch die Mitarbeit in der SMART Steering Group auf der höchsten Entscheidungsebene (Council) bei ISO, der Joint Bu siness Model Group sowie durch das Bereitstellen unseres Prototyps für die OSD-Plattform. So tragen sie zur Programmsteuerung, Geschäftsmodellentwicklung und technischen Um setzung bei
- Einen standardisierten Rahmen für den digitalen Austausch und die Überprüfung von Produktkonformitätsinformationen zu schaffen, um die Effizienz und Zuverlässigkeit von Kon formitätsbewertungen im internationalen Handel zu verbessern ist auch das Ziel von UN/CEFACT. Eine Projektgruppe hat das Whitepaper „Digital Product Conformity Certificate Exchange“ unter QI-Digital-Beteiligung veröffentlicht sowie die entsprechende Business Requirement Specification. Hieran hatte auch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) mitgewirkt.
- In der Workinggroup „Digitalization“ von Eurolab, der europäischen Interessenvertretung für Labore, werden vielfältige Aspekte rund um das Labor der Zukunft behandelt – sowohl auf der Ebene des operativen, prozessbezogenen Labors als auch auf der Ebene des regula torischen und geschäftlichen Umfelds. QI-Digital wird über die BAM vertreten. Ein gemein samer Arbeitsplan mit Eurachem soll die wichtigsten Prioritäten, u. a. Validierung von Gerä ten und Software, Interoperabilität und Integration von Laborsystemen, Datenspeicherung und Datenschutz, gemeinschaftlich adressieren.
- Für die Konformitätsbewertung im Bereich des Messwesens stimmen sich die in Europa be nannten Stellen (engl. „notified bodies“) im Gremium NoBoMet ab. Die PTB koordiniert einen Arbeitskreis zur Abstimmung digitaler Zertifikate.
- Entscheidungen und Maßnahmen brauchen eine fundierte Datenbasis: Für ihre Studie zum Stand der Digitalisierung in Konformitätsbewertungsstellen weltweit, arbeitet die BAM mit einem Partnernetzwerk aus Akkreditierungsstellen sowie UNIDO zusammen. Gemeinsame internationale Veranstaltungen zur Digitalisierung der QI stärken den Wissenstransfer und schaffen Verständnis für die Lage und Best Practices in verschiedenen Regionen der Welt – inkl. Schwellen- und Entwicklungsländern in allen Kontinenten.
- Die DAkkS beteiligt sich aktiv an dem fachpolitischen Dialogprozess des Globalprojekts Qualitätsinfrastruktur (GPQI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Mit diversen Partnerorganisationen aus den verschiedenen Ländern diskutiert die DAkkS nicht nur fachpolitische Themen, sondern auch die Rolle der Digitalisierung und stellt die → digitalen Werkzeuge der QI vor. Insbesondere die → digitalen Zertifikate mit dem → digitalen Akkreditierungssymbol (→ eAttestation), die als digitale Lösungen für den Abbau von Handelshemmnissen dienen.
- Auch im bilateralen Austausch engagiert sich die DAkkS für die Internationalisierung der digitalen QI-Lösungen, bspw. im Rahmen einer BMWE Verwaltungspartnerschaft mit der Ukraine und entsprechender Veranstaltungen und Diskussionen. 2025 fand auch mit der serbischen Akkreditierungsstelle ein Dialog zu Digitalisierungsmaßnahmen stattfinden.
- Die DAkkS beteiligt sich auch an der Ausarbeitung von Konformitätsbewertungsstandards im Rahmen der europäischen und internationalen Standardisierungsorganisationen für den Bereich von Künstlicher Intelligenz
- Das Büro der Internationalen Meterkonvention (BIPM) koordiniert im Auftrag des Komitees für Maße und Gewichte (CIPM) die internationale Vernetzung der Wissenschafts- und Qualitätsinfrastruktur. Basis ist das „Joint Statement of Intent“ (JSI), welches neben dem CIPM auch OIML (gesetzliches Messwesen), ILAC (Akkreditierung), ISO und IEC (Standardisierung), IMEKO (Wissenschaft) uvm. unterzeichnet haben. Die PTB vertritt Deutschland im dafür gegründeten CIPM Forum für Digitalisierung und koordiniert die Mitarbeit von IMEKO und OIML.
- Die Internationale Organisation des gesetzlichen Messwesens (OIML) ist das oberste Gremium zur Harmonisierung von Anforderungen und Regelungen für Konformitätsbewertung und Marktüberwachung bei Messmitteln. Die PTB engagiert sich seit langem in zahlreichen technischen Gremien der OIML. Seit 2021 koordiniert die PTB außerdem die neu gegründete „Digitalisation Task Group“, welche wiederum in enger Abstimmung mit ISO und IEC an der Entwicklung von smarten OIML-Dokumenten arbeitet.
- Maßgebliche Treiber für die Definition und Entwicklung maschinenlesbarer Regelwerke sind international ISO und IEC. Das DIN ist hier sowohl über die Vizepräsidentschaft bei ISO (Bereich Policy) als auch über die aktive Mitarbeit in zahlreichen Gremien zu Smart Standards eingebunden.
- Die Forschung und Entwicklung im Messwesen wird international von der IMEKO vorangetrieben. Das von der PTB geleitete Technische Komitee „Digitalisation“ (TC6, Chair: Sascha Eichstädt) organisiert Workshops und Abstimmungen mit Mitgliedern und Partner weltweit.
- In der europäischen Metrologieorganisation (EURAMET) wurde bereits 2020 eine Arbeitsgruppe zur strategischen Entwicklung der Digitalisierung in Europa ins Leben gerufen. Die PTB ist hier seit Beginn eingebunden und koordiniert die Projektgruppen zur Harmonisierung digitaler Zertifikate (1448) und maschinenlesbarer Daten (1449).
- Für die Konformitätsbewertung im Bereich des Messwesens stimmen sich die in Europa benannten Stellen (engl. „notified bodies“) im Gremium „NoBoMet“. Auch die Herausforderungen der Digitalisierung werden dort adressiert und die PTB koordiniert einen Arbeitskreis zur Abstimmung digitaler Zertifikate (D-CoC M).
- Die Etablierung einer verlässlichen und nachhaltig wirksame Qualitätsinfrastruktur ist insbesondere für die aufstrebenden Nationen und Wirtschaften weltweit von erheblicher Bedeutung. Im Auftrag des BMZ engagiert sich die PTB (Referat Q.3 / Internationale Zusammenarbeit) daher in einer Vielzahl von Projekten für den Aufbau einer Qualitätsinfrastruktur. Dabei gewinnen auch die digitalen Bausteine zunehmend an Bedeutung, da sie Prozesse beschleunigen und stark vereinfachen können.
Die Entwicklungen zu Datenräumen und Digitaler Verwaltungsschale werden in international tätigen Organisationen vorangetrieben.
- Verwaltungsschale/AAS: Um QI-Werkzeuge, Assets u.a. in standardisierte AAS-Submodelle zu über führen und so (international) im Markt zu etablieren engagiert sich die Initiative QI-Digital über die Mitgliedschaften von BAM und PTB in der Industrial Digital Twin Association IDTA.
- DPP: Auf europäischer und internationaler Ebene arbeiten Organisationen, Gremien und Projekte an technischen Lösungen für einen effizienten und vertrauenswürdigen Digitalen Produktpasses (DPP), insb. harmonisierte Identifikatoren, Datenformate und Schnittstellen über den gesamten Lebens zyklus eines Produkts. QI-Digital engagiert sich im DIN/DKE-Gemeinschaftsgremium zum DPP, das das CEN/CENELEC JTC 24 national spiegelt. Im EU-Projekt CIRPASS-II trägt das QI-Digital Konsortium zudem zu Task 4.2 (DPP system ontologies) bei und ist in Arbeitsgruppen aktiv, bspw. zur Um setzung des DPP in verschiedenen Sektoren und zu Standardization Liasons, um Interoperabilität und Berücksichtigung von QI-Anforderungen zu gewährleisten.
Seien Sie dabei. Sprechen Sie uns an. Das Team der Geschäftsstelle QI-Digital steht Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung.